Die Hirten waren auf dem Feld

 

Die Hirten waren auf dem Feld

des Nachts bei ihren Schafen.

Nur einer wachte diese Stund‘,

die anderen durften schlafen.

 

Doch plötzlich ward es tageshell!

Ein Engel kam hernieder.

Die Hirten wurden alle wach,

Schreck lähmte ihre Glieder!

 

Vor Angst verstummten sie sogleich.

Laut, als ob Donner grollten,

rief sie ein Engel freundlich an,

dass sie nichts fürchten sollten:

 

Es sei der Heiland grad geboren,

der sich der Welt zu Füßen legt!

Sie sollten gehen, ihn zu erblicken,

der alle Menschen liebt und trägt!

 

Und wenn sie in sein Antlitz schauen,

und glaubend diese Wahrheit sehen,

so mögen sie, die Botschaft kündend,

durch alle weiten Lande gehen.

 

Die Hirten zogen los, zu suchen.

Sie eilten schnell im milden Wind

und fanden alles, wie beschrieben:

Den Stall, die Krippe und das Kind.

 

Wie groß die Freude, die sie fühlten!

Wie tief ihr Glaube, als sie’s sahen!

Anbetend knieten sie vorm Kinde.

Sie durften sich dem Heiland nahen!

 

Die Botschaft kündeten sie freudig

in ihrer Gegend jedem gleich,

so kommt es, dass wir heut noch wissen

von diesem Kind und seinem Reich!