g.

Festmahl Kunigunde

 

Auf dem Turm, dem hohen, alten

ist ein Leichnam am Erkalten.

Er gehörte Kunigunde,

sie verschied vor einer Stunde.

 

Jetzt raschelt ihr Gewand im Winde

und trauernd rauscht dazu die Linde.

Auf Turmes Zinnen warten Krähen,

die unentschlossen rüber spähen

 

zu ihrer Speise, die die Sonne

beim "ganz Erkalten" stört - oh, Wonne!

Das edle Fräulein Kunigunde

war schlicht gestolpert vor der Stunde.

 

Ganz großes Pech, man glaubt es kaum,

ihr Fuß verhakte sich im Saum!

Des Fräuleins Schicksal es so lenkte,

dass sie sich ihren Hals verrenkte

 

und als sie ihn selbst gerade rückte,

                                             dieser Versuch ihr gar nicht glückte!                                               

Es machte "knack" und sie fiel um,

gleich auf der Stelle - tot - wie dumm!

 

Die Krähen krächzen schon vor Freude!

Ein ganzer Clan flog aufs Gebäude.

Wenn's sicher ist, dass sie von hinnen,

dann kann das Festmahl gleich beginnen!

 

Der Leichnam ist nicht dünn und hager,

denn Kunigunde war nicht mager!

Im Gegenteil, sie hatte Masse.

Ein Schwergewicht der "Extraklasse".

 

Wird Kunigunde dann gefunden,

nachdem sie tat den Krähen munden,

dann ist es leichter, kann man sagen,

für den, der sie vom Turm muss tragen ...

 

Hier zeigt sich klar der große Nutzen

der Krähen durch ihr "Aas-Verputzen"!

Sie dienen schließlich der Natur,

und folgen den Instinkten nur.