b.                                                    Natur ist eine feine Sache    

 

Natur ist eine feine Sache!

Grundsätzlich ist sie angenehm.

Nur manchmal auch recht unbequem.

Dann ist sie nix für Nervenschwache.

 

Vor unserem Haus, gleich nächste Ecke,

beginnt der Wald - so prächtig, stolz!

Von dort schleicht aus dem Unterholz

manch Tier zu uns zum Futterzwecke.

 

Wie war ich froh mit meinem Garten!

Es blühten Erdbeeren, Akelei,

die ersten Rosen auch dabei,

ich konnt‘ die Fülle kaum erwarten.

 

Dann eines Morgens großer Schrecken:

Die Blüten fort – schlicht abgezwackt!

Der kleine Kirschbaum - unten nackt!

Ich konnte mehr und mehr entdecken:

 

Meine Geranien! Restfragmente!

Was zart und schön war – einfach ab!

Zerrupfte Blumen hingen schlapp.

All meine Hoffnung ging in Rente …

 

Die Nachbarin wusst‘ zu berichten,

die Täter waren – ohne Witz –

ein hübsches Reh mit seinem Kitz!

Die Spuren sind ganz leicht zu sichten.

 

Wie soll man sich vor „Sowas“ schützen?

Mit Gift - gut wirksam gegen „Reh“?!

Und … eine Falle? Oh, Gott! Ne!

Ob wohl ein Jäger wär von Nutzen?

 

Wir haben Mehltau, Rost und Schnecken

und Marder, Ratten, Maulwurf, Mäuse.

Kaninchen auch - der Hund hat Läuse,

- sie alle können mich nicht schrecken!

 

Heut kam ein Reh, sich hier zu mästen.

Ich sah es stehen, allein, und warten

gleich hinterm Haus in unserem Garten.

Lautstark gab ich ein Lied zum Besten …

 

Das zeigte Wirkung! Rehlein floh!

Ein Lied kann demnach Hilfe bringen!

Ich muss es nur mit Inbrunst singen.

In Zukunft nehme ich‘s … Radio!