j.                                                        MUTANFALL

 

Heut‘ nach der Arbeit, so gegen vier,

da geht er vorbei – und zwar ganz genau hier.

Und ich werd‘ auf ihn warten.

Hier will ich stehen

 – so kann er mich nicht sehen.

 

Ich wart‘ schon so lange

- bis jetzt war mir ja bange,

aber damit ist Schluss!

Weil ich ihn endlich, endlich mal ansprechen muss!

 

Er guckt immer so …

in der Kantine, im Flur … auch vorm Klo!

Egal, wo!

Aber bisher hat er nie was gesagt.

Ich bin’s jetzt, die es wagt!

 

Hab‘ ich alles geübt! Jeden Blick, jedes Wort!

Einstudiert.

Wär‘ blamiert,

und auch total betrübt,

wenn ich mich irre. Dann lauf ich fort!

Dann sieht er mich nie wieder!

 

 

Okay, ich muss los, mich rechtzeitig verstecken.

Gleich gegenüber, da, hinter den Hecken.

Und warten.

Warten.

Wann kommt er bloß?

 

Na, endlich, da ist er! Ich werd‘ verrückt!

Oh Gott! Er ist Wahnsinn! Ich bin entzückt!

Ob es mir glückt?

Und … los. Jetzt!

… Ja! Gleich! Niemals gehetzt!

 

Nur nichts überstürzen …

Ich kann ja auch darüber gehend abkürzen.

Moment! Ich warte lieber noch.

Soll er ruhig weiter gehen – ein kleines Stück …

Ach – ich glaube, heut‘ ist nicht mein Tag – heut‘ hab‘ ich kein Glück!

 

Oder?! … Ich könnte’s noch schaffen!

Muss aber laufen. Mich jetzt aufraffen!

Oh, Mann! Ich lieb‘ ihn doch!

Gut – ich setze alles auf eine Karte!

Ich … ich … Ach!

Nein. Ich warte.