c.                                                                       Am Zebrastreifen

 

Die schweren Schritte schlurfen langsam

mit Mühe über den Asphalt.

Die Frau - so müde und so schwächlich,

 ist ungepflegt und schon sehr alt.

 

Die weißen Haare stumpf und schütter,

das Angesicht zerfurcht und grau.

Sie stützt sich auf den Stock beim Gehen

die arme, alte, müde Frau.

 

Der Zebrastreifen ist die Hürde,

die sie kaum noch bewält'gen kann.

Ich sitze hinter meinem Lenkrad

und seh' die Frau betroffen an.

 

Wie hart war wohl ihr langes Leben?

Wie schwer der Alltag hier und heut?

Seit wann ist sie so krank und ärmlich?

Hat sie im Leben viel bereut?

 

Hat sie Verwandte? Vielleicht Kinder?

Wer hilft ihr und ist für sie da?

Wer weiß -  wird man sie einmal finden,

einsam verstorben – hier, ganz nah?

 

Die Frau erreicht den Bürgersteig.

Beinah empfind‘ ich Schuld …

Sie nickt mir zu und ich erkenn‘:

 Sie dankt für die Geduld!!