Froschklage


Ein Elfenjunge hört die Klage

des Frosches an, der sich sehr plage

mit seiner Haut – die sei so grün!

Das fände er ja gar nicht schön!

 

Ihm würde blau doch mehr gefallen.

Mal anders sein so unter allen …

Besonders eben – und dazu,

nicht mehr zu quaken, lieber „Muh“!

 

Und dies Gehüpfe und Gespringe

ihm langsam auf die Nerven ginge!

Er würde gern mondän lustwandeln

und mal mit Krötenfrauen anbandeln!

 

Ach ja, da fiele ihm noch ein,

er wär gern größer, nicht so klein.

Und ob der Elf es zaubern würde,

ihn zu erlösen von der Bürde,

 

zur Gattung Frosch noch zu gehören

- auch das würd ihn gar furchtbar stören.

Das breite Froschmaul – bloß nicht mehr!

Ein zartes Schnäuzchen müsste her!

 

Statt Finger wären scharfe Tatzen

viel besser auch - vor allem zum Kratzen!

So meckert, mosert unzufrieden

der grüne Hüpfer ganz entschieden.

 

Der Elf sagt nur: „Oh Mann, oh Mann,

wie gut, dass ich nicht zaubern kann!

Du wärst ein Untier, zum Erschrecken!

Dich würden alle Tiere necken.

 

Dein Name wär wohl „Blaufeinschnauz“

Oder ganz einfach: „Kuhblaukauz“

Jetzt bist du von Natur aus schön,

bald wirst du’s hoffentlich versteh’n.“

 

Der Frosch wird klug, besinnt sich gleich

- dann hüpft er quakend in den Teich.

Und die Moral – nicht zu vergessen:

Ein offenes Ohr kann ganz schön stressen!


Der Erdbeerdieb

 

Gestatten – „Rosso“ – Rundohrelf.

Mit meinem Korb ich mich behelf‘

zur, ach, so schönen Erntezeit

der schönsten Früchte, weit und breit!

 

Ich bin in jedem Sommer Dieb,

weil ich nun mal die Erdbeeren lieb‘.

Ich stehle sie euch aus den Beeten,

noch früh, bevor ihr kommt zum Jäten.

 

Kann nichts dafür, kann mich nicht wehren,

muss sie mir holen und verzehren!

Erdbeeren schmecken mir vorzüglich,

sie zu verspeisen ist vergnüglich.

 

Wie ich mich dafür quäl‘ und plage!

Wie groß mein Mut, dass ich es wage!

DAS solltet ihr mal anerkennen

und mich nicht einfach „Dieb“ nur nennen!

 

Denn schließlich zeugt es von Geschmack,

dass ich gern Erdbeerkuchen back‘,

dass ich die Früchte auch püriere,

und koche, hacke, filetiere …

 

Ja,  jede leckere Variante

ich schon als kleiner Elf gut kannte!

Ihr seht, wir haben eins gemein,

 drum muss ich Erdbeerdieb euch sein!


Elfengerüchte

Wie oft hört man doch von Gerüchten,

dass Elfen stets vor Bienen flüchten.

Dass sie vor Wespen Reißaus nehmen,

sich nicht der Angst vor Hummeln schämen,

 

dass sie sogar vor Schmetterlingen

in sichere Verstecke springen,

 vor Fliegen machten sie ‘nen Bogen …

ist alles Quatsch und bös‘ gelogen!

 

Die Elfen, die uns heut umgeben,

die unsichtbar ihr Leben leben,

die kann man dreist und frech gar nennen!

Sie sind’s, die „Mein“ und „Dein“ nicht kennen!

 

Da wird schon mal ganz unverhohlen

den Bienen Honig schnell gestohlen,

und auch vom Obst in unseren Gärten,

sich Elfen immer schon ernährten.

 

Es wurd‘ und wird all das genommen,

wovon die nie genug bekommen.

Und Wespen, Schmetterlinge, Hummeln,

alle Insekten, die sich tummeln,

 

 

die flüchten, wenn sie Elfen sehen,

weil die so auf die Nerven gehen.

Ja, Elfen sind echt keine Engel!

Schon eher fröhlich-freche Bengel

 

- obwohl, es soll auch Weibchen geben,

die ungemein geheim nur leben …

und die seien zarter vom Gemüte,

als kleine Helfer, voll von Güte.

 

Der Elfen Ruf ist ihr Gebilde:

Dass Elfen ängstlich seien und milde.

Ist längst vorbei. Die Elfen-Knaben

seit langem schon das Sagen haben!


Nuss-Genuss

 

Im Winter lädt zum Essen ein

das Eichhörnchen den Elfen Hein.

Der knabbert hier mit Hochgenuss,

weil er die Nuss nicht öffnen muss.

Das Nüsse-Knacken ist doch meist

dem Elf zu schwierig, darum speist

er gut gelaunt die Haselnuss

 - denn hier gibt’s sie im Überfluss!